5. Februar 2026
Sponsoring Stefan Rogentin - Rennbericht Januar 2026
Der Monat Januar stand ganz im Zeichen der grossen Klassiker. Mit Wengen und Kitzbühel warteten zwei der traditionsreichsten und emotionalsten Stationen im Weltcupkalender – Rennen, die sportlich wie mental immer etwas Besonderes sind. Der Start in die Wengen-Woche gelang mir dieses Jahr deutlich besser als noch im Vorjahr. Kein Sturz im ersten Training, eine ruhige und strukturierte Vorbereitung und von Beginn weg ein gutes Gefühl auf der Strecke – genau so, wie man sich den Auftakt zu dieser intensiven Woche wünscht.
In Wengen standen dieses Jahr ein Super-G und eine Abfahrt auf dem Programm. Den Auftakt machte der Super-G. Mit einer soliden und engagierten Fahrt erreichte ich den 7. Rang. Leider unterlief mir im Mittelteil, in der Langentrejen, ein kleiner Fehler, der mich wertvolle Zeit kostete und eine noch bessere Klassierung verhinderte. Trotzdem war es ein gelungener Start in das Rennwochenende.
Für die Abfahrt musste der Start aufgrund der Bedingungen nach unten verlegt werden. Schlussendlich starteten wir vom Hundschopf – eine sehr spezielle Situation. Von dort aus hört man die Fans am Girmschbiel-Hang extrem laut, was für eine einzigartige, fast schon überwältigende Atmosphäre sorgt. Ich ging direkt nach Odermatt ins Rennen. Seine unglaubliche Fahrt bekam ich durch die Reaktion der Zuschauermenge hautnah mit – ein Moment, der sich kaum beschreiben lässt. Wahrscheinlich fühlt sich ein Fussballer genau so, wenn er ein Stadion betritt.
Meine eigene Fahrt verlief insgesamt ordentlich. Eine Unsauberkeit im Canadian Corner kostete mich jedoch wertvolle Zeit. Am Ende resultierte der 14. Rang – kein schlechtes, aber auch kein wirklich zufriedenstellendes Resultat.
Mit diesen Resultaten im Gepäck reisten wir weiter nach Kitzbühel, wo ich mir klar vorgenommen hatte, die kleinen Fehler auszumerzen und den nächsten Schritt zu machen. Nach zwei wie immer sehr anspruchsvollen Abfahrtstrainings stand am Freitag der Super-G auf dem Programm. Mit Startnummer 8 ging ich ins Rennen. Leider kam ich im oberen Streckenabschnitt nicht richtig auf Touren, was ich während der Fahrt auch deutlich spürte. Ich blieb jedoch dran und konnte im unteren Teil nochmals klar zulegen. Besonders in der herausfordernden Traverse gelang mir eine Abschnittsbestzeit, wodurch ich einige Plätze gutmachen konnte. Am Ende klassierte ich mich erneut auf dem 8. Rang.
Es ist mittlerweile fast schon eine vertraute Platzierung: In sechs Super-Gs dieser Saison belegte ich zweimal Rang 7 und viermal Rang 8. Sehr konstant – aber noch nicht ganz das, was ich mir vorstelle. Es fehlt nur ein kleines Detail, doch genau dieses macht am Ende den Unterschied aus.
In der Abfahrt am Samstag fand ich leider ĂĽberhaupt nicht ins Rennen. Bis zur Streckenmitte war ich gut dabei, verlor jedoch im unteren Abschnitt deutlich an Zeit. Am Ende stand ein sehr frustrierendes Resultat zu Buche. Viel mehr bleibt in solchen Momenten nicht, als das Rennen abzuhaken, die Fehler klar zu analysieren und den Fokus auf die kommenden Aufgaben zu richten.
Zum Abschluss des Monats stand noch das Rennen in Crans-Montana auf dem Programm. Im ersten Abfahrtstraining konnte ich eine gute Fahrt zeigen und wichtiges Vertrauen gewinnen, dass es auch in der Abfahrt passt. Entsprechend zuversichtlich nahm ich das Rennen in Angriff. Leider verlor ich ohne nennenswerte Fehler kontinuierlich Zeit und musste mich am Ende mit Rang 25 zufriedengeben – eine weitere Enttäuschung in der Abfahrt. Aktuell passt ein kleines Puzzleteil noch nicht ganz zusammen. Dennoch bin ich überzeugt, dass ich dieses in den kommenden Rennen finden werde und auch in der Abfahrt wieder an meine bisherigen Resultate anknüpfen kann.
Die Klassiker haben einmal mehr gezeigt, wie nahe Erfolg und Enttäuschung im Speed-Bereich beieinanderliegen. Die Basis stimmt – jetzt gilt es, die letzten Prozent herauszuholen. Der Fokus richtet sich nun nach vorne: auf Bormio und mit Blick auf die Olympischen Spiele, wo ich bereit sein will, mein volles Potenzial abzurufen.
Stefan Rogentin