31. März 2026
Sponsoring Stefan Rogentin - Rennbericht Februar 2026
Nach den letzten Weltcuprennen vor den Olympischen Spielen richtete sich der Fokus vollständig auf den Saisonhöhepunkt. Die Vorbereitung verlief intensiv und im Training konnte ich immer wieder gute Ansätze zeigen. Entsprechend gross war die Vorfreude, als es schliesslich ernst wurde.
In der internen Qualifikation konnte ich bereits zeigen, dass die Form stimmt. Bis kurz vor dem Ziel lag ich auf einer sehr guten Zwischenzeit und hatte das GefĂĽhl, endlich wieder richtig gut auf dem Ski zu stehen. Dieses Vertrauen nahm ich auch mit in den Renntag.
Voller Zuversicht nahm ich das Rennen in Angriff. Während der Fahrt fühlte sich vieles grundsätzlich gut an. Natürlich gibt es immer Bereiche, in denen noch mehr möglich wäre, aber das Gefühl auf dem Ski war positiv. Die Bedingungen unterschieden sich allerdings deutlich vom Training. Durch die wärmeren Temperaturen wurde die Piste zunehmend weicher und damit einfacher zu fahren. Umso grösser war die Überraschung im Ziel, als das Resultat überhaupt nicht mit meinem Körpergefühl übereinstimmte.
Die Enttäuschung nach der Abfahrt war entsprechend gross. Solche Momente gehören im Spitzensport leider dazu. Gleichzeitig blieb jedoch nicht viel Zeit, lange darüber nachzudenken, denn bereits zwei Tage später stand mit der Teamkombination das nächste Rennen auf dem Programm. Der Fokus musste also schnell wieder nach vorne gerichtet werden.
Bei der Teamkombination hatte ich die Ehre, das Rennen zu eröffnen. Anders als bei den Abfahrtstrainings oder im Abfahrtsrennen starteten wir deutlich früher, wodurch die Strecke mit Startnummer 1 noch komplett im Schatten lag. Die Sicht war entsprechend dunkel – ein klassisches Bormio-Bild, wie man es sonst eher aus dem Dezember kennt, wenn die Rennen normalerweise stattfinden.
Mit diesen Bedingungen war es für die ersten Fahrer alles andere als einfach. Mit jeder Minute wurde die Sicht zwar etwas besser, doch für mich bedeutete es, mich von Beginn an auf schwierige Verhältnisse einzustellen. Unter diesen Umständen gelang mir eine solide Fahrt, mit der ich mich am Ende auf dem 14. Rang klassieren konnte – kein perfektes Resultat, aber unter den gegebenen Voraussetzungen durchaus ordentlich.
Nach einem Pausentag folgte der Super-G. Mit dem Ziel, möglichst frei zu fahren, ein Topresultat zu erzielen und um die Medaillen mitzukämpfen, gelang mir eine gute Leistung. In einigen Passagen wäre vielleicht noch eine direktere Linie möglich gewesen, dennoch stimmte der Gesamteindruck. Am Ende resultierte ein 9. Rang, und der Rückstand auf die Spitze hielt sich in Grenzen. Gerade in einem engen Rennen zeigt sich immer wieder, wie entscheidend kleinste Details auf diesem Niveau sein können.
Nach den Olympischen Spielen folgte eine kurze Pause, bevor die Weltcup-Saison mit den Rennen in Garmisch-Partenkirchen weiterging. Dort standen eine Abfahrt und ein Super-G auf dem Programm. Bei frühlingshaften Temperaturen absolvierten wir zunächst zwei Trainingsläufe auf der Kandahar-Strecke – einer Piste, die im Kalender oft unterschätzt wird, aber technisch und fahrerisch zu den anspruchsvollsten Abfahrten der Saison zählt.
Mit Startnummer 3 nahm ich die Abfahrt am 28. Februar in Angriff. Aufgrund der bisher nicht optimal verlaufenen Abfahrtsrennen stand ich etwas mehr unter Druck als sonst. Entsprechend gross war die Motivation, endlich wieder ein starkes Resultat zu zeigen.
Der obere Streckenabschnitt war fahrerisch anspruchsvoll und ich musste mehrmals sehr präzise arbeiten. Danach folgte das lange Flachstück, auf dem ich etwas Tempo verlor. Im unteren Teil gelang mir jedoch wieder eine sehr gute Passage. Obwohl ich im Ziel zunächst das Gefühl hatte, dass meine Fahrt vielleicht nicht ganz reichen würde, zeigte die Anzeigetafel etwas anderes: Zwischenrang 1.
Mit zunehmender Rennzeit wurde klar, dass die Fahrt vor allem im oberen Abschnitt sehr schnell gewesen war. Am Ende stand ein starker 3. Rang zu Buche – ein Resultat, das für mich extrem wichtig war und sich wie eine grosse Erlösung anfühlte. Gleichzeitig war es umso spezieller, da es wieder ein Dreifachsieg für die Schweiz war und ich diesen Moment mit Alexis und Marco teilen durfte.
Den positiven Schwung wollte ich direkt in das nächste Rennen am darauffolgenden Tag mitnehmen. Leider musste der Super-G aufgrund der Bedingungen abgesagt werden.
Trotzdem konnte ich auf ein sehr gelungenes Wochenende zurĂĽckblicken. Das Podest in Garmisch kam genau zum richtigen Zeitpunkt und gibt mir viel Zuversicht fĂĽr den Schlussspurt der Saison.
Stefan Rogentin